Von kognitiven Verzerrungen und Denkfallen

  • Negativitätsbias: negative Aspekte haben unverhältnismäßig starken Einfluss auf unser Denken
  • Die Falle der investierten Mühe: wir klammern uns gegen jede Logik an Dinge und Menschen, in die wir viel investiert haben
  • Rückstoßeffekt: wir klammern uns umso fester an die eigenen Grundwerte und Überzeugungen, wenn sie in Frage gestellt werden
  • Reaktanz: wenn wir zu heftig zu etwas gedrängt werden, neigen wir dazu, das Gegenteil zu machen
  • Prime effect: das erste Urteil, das wir treffen, beeinflusst unsere weiteren Urteile über Personen oder Situationen
  • Bestätigungsfehler: wir bevorzugen Denkschemata, die die eigene Meinung bestätigen – darauf beruhen alle SM-Blasen
  • Haloeffekt: je nachdem ob wir eine Person gut leiden können oder nicht, bewerten wir ihre Eigenschaften: mögen wir sie gerne, sehen wir über Negatives hinweg und v.v.
  • Zeitliche Verzerrung: die Vergangenheit erscheint uns in der Erinnerung meist besser, als sie war, die Zukunft düsterer, als sie vermutlich sein wird.
  • Framing: von Kontext und Darstellung eines Sachverhaltes sind wir weit mehr beeinflusst als uns bewusst ist.
  • Etikettierung: aufgrund einer oder weniger Erfahrungen mit einer Person fällen oft ein Pauschalurteil über deren Charakter.
  • Katastrophendenken: geistige Konzentration auf das schlimmstmögliche Ergebnis einer Situation ist meist nicht hilfreich und entspricht kaum je der erlebten Wahrheit.
  • Verlagerung der Eigenverantwortung auf andere, die beliebte “ich-kann-nichts-dafür”-Variante
  • Schwarz-weiss-denken: es gibt zwischen der Bewertung ganz toll und schrecklich meist jede Menge Grautöne
  • emotionale Argumentation: Gefühle sind nur Gefühle, keineswegs Realität, und schon gar kein zuverlässiger Indikator für diese.
  • Vorahnungen: treffen meist nicht ein. Wir mögen aber den Gedanken, die Realität kontrollieren zu können und merken uns, wenn unsere Vorhersage von fünfzigmal einmal zutrifft. Die fünfzigmal, die wir falsch lagen, streichen wir einfach aus dem Gedächtnis.
  • alle Konjunktiva: hätte, wäre, könnte…Manchmal gibt es wenig Spielräume für alternative Verhaltensweisen. Dann haben wir unfaire Erwartungen an uns selbst oder stellen zu strenge Spielregeln auf, was zu Resignation, Wut und Schuldgefühlen führen kann.
  • Tunnelblick: wenn wir im negativen Chaos versinken und alles positive ignorieren, verschlechtern wir die Grundsituation noch mehr
  • Gedankenlesen: nein, wir wissen nicht, was das Gegenüber denkt und fühlt.  Wenn wir das glauben, gehen wir vom eigenen Mindset aus und es ist eine dramatische Form der Übergriffigkeit, zu behaupten oder zu denken, besser Bescheid über jemand zu wissen als die betroffene Person selbst. (“Ich weiß, was du brauchst!” oder “Du liebst ich noch, du musst es nur zulassen!”)
  • Schemadenken: vereinfacht unsere Denkarbeit. Sobald wir ein Gegenüber in ein Schemata einreihen, ersparen wir uns weitere Überlegungen. (“Du bist doch immer so!” – “Aber das hast du doch immer so gewollt/gemacht!”)

Was machen wir jetzt mit all diesen Fallen? Kurz gesagt: mehr Eigenkontrolle und Hinterfragen der eigenen Gedankenspiralen, Gedanken und Emotionen kritischer betrachten, vor allem die eigenen Schemata hinterfragen (sie sind bei jedem von uns in der einen oder anderen Form vorhanden!) .