Vom wachsamen Persönlichkeitsstil zur paranoiden Persönlichkeitsstörung
“Ich sehe alles!”
“Was steckt dahinter?”
Kennzeichen dieses Persönlichkeitsstils:
- Sie ordnen sich nicht unter. Nie. Unter keinen Umständen.
- Sie machen weder das Schicksal noch Menschen ihres Umfeldes dafür verantwortlich, was das Leben ihnen bringt, sondern nur das eigene Verhalten und die eigenen Handlungen.
- Sie schätzen Menschen ein – und das kann seine Zeit dauern – bevor sie sich auf Beziehungen einlassen.
- De-Eskalation ist nicht ihre Sache. Sie sind reizbar, sobald sie sich angegriffen fühlen und gehen meist u nmittelbar zum Gegenangriff über.
- Sie sind im wahrsten Sinn des Wortes autonom: brauchen weder Rat noch Anerkennung von außen, sorgen gut für sich selbst und neigen dazu, ihre Meinungen und Ansichten für sich zu behalten.
- Aufgrund ihrer scharfen Beobachtungsgabe sind sie gute Zuhörer und aufmerksam für die Nuancen und Feinheiten der Kommunikation. Sie erfassen auch intuitiv deren Hintergründe und die unausgesprochenen Mehrdeutigkeiten.
- Auch enge Beziehungen sind vom Grundkonzept der persönlichen Freiheit und Autonomie geprägt: sie sind zwar loyal, behalten aber immer einen Teil von sich für sich selbst. Liebende Verschmelzung oder Symbiose, die vor allem in frühen Beziehungsstadien oft von anderen Persönlichkeitstypen angestrebt werden, sind für den wachsamen Stil indiskutabel.
- Prinzipiell sehen Sie bei diesen Menschen eine gewissen Zurückhaltung im Umgang mit anderen.
- In einem Machtspiel werden sie nie nachgeben.
- Menschen dieses Stils sind oft gute Redner mit entschiedener Meinung und klaren Zielausrichtungen und hoher Konzentration, was sie zu guten Gruppenleadern machen kann.
- Kontrollverlust in jeder Form macht hier große Angst.
- Wenn die Persönlichkeitsvariante extremer ist, sind die Betroffenen oft argwöhnisch und zutiefst misstrauisch, deuten wahrgenommene Zeichen falsch und unterminieren so ihre Beziehungen.
Wenn der Persönlichkeitsstil zur paranoiden Persönlichkeitsstörung kippt –
- erwarten die Betroffenen stets das Schlechteste von ihrem Gegenüber.
- Sie leben in einer Welt, die sie als feindlich empfinden und in der prinzipiell nichts sicher ist.
- Zutiefst misstrauisch, neidisch, feindselig, stur und in der eigenen Wahrnehmung und Meinung völlig fest gefahren
- ohne jede Flexibilität des Denkens
- hypersensibel auf die geringste Kritik reagierend
- die Betroffenen fühlen sich prinzipiell schuldlos und haben in ihren eigenen Augen nie Unrecht: was immer ihnen an Negativem zustößt, es ist die Schuld des ungerechten Schicksals oder die eines anderen Menschen
- Deshalb sind ihre sozialen Beziehungen oft gestört, meist schwierig und in vielen Fällen nicht existent.
- Typisch ist auch der Neid auf Menschen, die mehr Macht / Geld / Prestige haben.
- Hinter all diesen Verhaltensweisen steckt ein extrem fragiles, reduziertes Selbstwertgefühl.