Abwertung
- ist einer der häufigsten Abwehrmechanismen. Abwehrmechanismen dienen prinzipiell und grob gesprochen der Stabilisierung des Selbst- und Weltbildes bei der Konfrontation mit der Realität.
- Bei der Abwertung werden Aspekte der realen Welt / realer Personen für bedeutungslos oder unwert erklärt. Sie kann sich gegen jeden Wirklichkeitsaspekt richten, der Verunsicherung hervorruft.
- “Ich will diesen Job ja eigentlich gar nicht, ich kann mich mit den Grundsätzen der Firma nicht einverstanden erklären, sie widersprechen meiner moralischen/ethischen Grundhaltung.” (Realität: ich habe den Job schlicht nicht bekommen, ein anderer Bewerber wurde vorgezogen.)
- Abwertung von Bezugspersonen dient vor allem dem eigenen Selbstwertgefühl, ist also der oft pathologische Heilungsversuch narzisstischer Zweifel:
- “Er hat ein tolles Leben, aber klar, mit dem, was er geerbt hat, geht das auch leicht. “
- Abwertung von Menschengruppen, dann sprechen wir etwa von sexistischer, rassistischer, konfessioneller Betrachtungsweise:
- “Wer nicht demselben Glauben anhängt wie ich ist dumm/ des Teufels.” – “Alle …..sind so und alle sind gleich schlecht.” (Hier schlägt auch die Generalisierung zu und die ist immer mit Vorsicht zu betrachten und nahezu nie sinnvoll.)
- Offen zur Schau getragene Abwertung geht Richtung Mobbing, dabei geht es vor allem um soziale Gegnerschaft und Konkurrenzverhalten.
- Und dann gibt es noch den Mechanismus der Selbstabwertung, er kann verschiedene Funktionen haben:
- im besten Fall dient er der Selbstkorrektur: “Ich hab die Seminararbeit vermasselt. Ich muss mir viel mehr Mühe geben!”
- oder:
- “Ich passe nicht zu dieser lustigen Gruppe, wo lauter intelligente Menschen sind, da bleibe ich lieber gleich zu Hause, statt mich zu blamieren!”
- hier wird ein expansiver Impuls aus Furcht vor Rivalität, Konflikt, oder Konkurrenz gebremst.
Übung zur eigenen Überprüfung:
Wenn Sie dazu neigen, andere abzuwerten, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass Sie es auch bei sich selbst machen. Im ersten Schritt kontrollieren Sie, wen und weshalb Sie abwerten und formulieren Sie statt dessen eine konstruktive Kritik. Im zweiten Schritt versuchen Sie, zu erkennen, wie und wodurch Ihre Selbstgespräche destruktiv und entwertend sich selbst gegenüber sind.